Bewegung


Vor allem in den ersten Lebensjahren lernt das Kind fast ausschließlich durch aktives Handeln. Über Bewegung sammelt das Kind viele Erfahrungen, entwickelt Handlungsstrategien und erwirbt Wissen. Das Kind lernt durch Bewegungserfahrungen seinen Körper kennen, seine Möglichkeiten und Grenzen einzuschätzen und macht sich ein Bild von sich selbst. Wenn es z.B. das erste Mal selbstständig geschafft hat die Stufen zur Rutschbahn hochzusteigen, steigert dies sein Selbstwertgefühl und hilft ihm ein positives Bild von sich selbst zu entwickeln.  Solche Erfolgserlebnisse in Bewegungssituationen zeigen dem Kind, dass es in der Lage ist schwierige Aufgaben zu meistern und dass es etwas kann, wodurch das nötige Selbstvertrauen und die Bereitschaft künftige Herausforderungen anzunehmen, geschaffen werden. Durch Bewegungserfahrungen nehmen Kinder im Umgang mit Dingen deren Eigenschaften wahr und sammeln materiale Erfahrungen. Sie gewinnen z.B. beim Rutschen oder Balancieren Erkenntnisse über Beschleunigung oder Gleichgewicht. Je mehr Möglichkeiten Kindern offen stehen ihre Bewegungshandlungen zu variieren, umso mehr Kenntnisse und Erfahrungen können sie erwerben. Je sicherer das Kind in Bewegungssituationen wird, desto unabhängiger wird es von der Hilfe Erwachsener, wodurch ihm zunehmende Selbstständigkeit ermöglicht wird. Im Zusammensein mit den anderen Kindern erwirbt das Kind wichtige soziale Verhaltensweisen, die für weitere Lebensabschnitte bedeutsam sind. Eine gute Möglichkeit solche Verhaltensweisen einzuüben bieten Bewegungsangebote und von den Kindern selbst gestaltete Bewegungssituationen.  Jeden Mittwoch findet unsere Bewegungsstunde im Bewegungsraum statt. In geplanten Bewegungsangeboten schulen die Kinder die motorischen Grundfertigkeiten, wie z.B. hüpfen, rennen oder balancieren. Nicht nur die Bewegungsstunden, sondern auch Spaziergänge und das Spielen im Garten ermöglichen den Kindern vielfältige Bewegungserfahrungen.

Wahrnehmung

„Mit allen Sinnen entdecken, erfahren und genießen wir die Welt“

Unter diesem Leitsatz steht unsere pädagogische Arbeit.

Wahrnehmung und Bewegung stehen in einem engen Zusammenhang und bedingen sich gegenseitig. Wahrnehmung ist die Aufnahme von Reizen durch die Sinnesorgane und ihre Verarbeitung im Gehirn. Alle Sinne sind bei der Geburt schon ausgeprägt und werden in der Interaktion mit der Umwelt nach und nach immer besser entwickelt. Sehen, riechen, schmecken, hören, tasten: Mit allen Sinnen erschließt sich das Kind die Welt und erweitert so Schritt für Schritt seinen Horizont. Für eine positive Entwicklung ist es wichtig, alle Sinnesbereiche anzusprechen und die Umwelt so zu gestalten, dass das Kind die Möglichkeit hat, weitreichende Erfahrungen zu sammeln. Um vielfältige Erfahrungen machen zu können braucht das Kind Zeit und viel Freiraum zum Probieren und Experimentieren.
Hierfür stehen den Kindern vielerlei Spielmaterialien, wie z.B. Fühlkisten, Sinneswände, und Geräuschbausteine zur Verfügung. Auch bei geplanten Aktivitäten wie beispielsweise beim Malen mit Fingerfarben wird die Wahrnehmung gefördert.

Sprache und Sprechen

Der Begriff Sprache umfasst sowohl das Sprachverständnis als auch die Sprechfähigkeit. Der Spracherwerb beginnt lange vor dem ersten gesprochenen Wort.  Schon im Mutterleib nimmt das Kind die Stimme der Mutter wahr und reagiert auf diese.  Von Geburt an ist das Kind mit der Fähigkeit ausgestattet Sprache zu lernen, wofür es die aktive Auseinandersetzung mit seiner Umwelt und den Dialog mit anderen Menschen braucht. Der Spracherwerb ist ein stetiger Lernprozess und je mehr Ansprache das Kind hat, desto besser kann das daraus gezogene Wissen gefestigt und verankert werden. Der Alltag im Zwergenstüble ist voller Sprachanlässe und ohne Kommunikation nicht denkbar. Bei der Begrüßung am Morgen, beim Essen, der Körperpflege oder beim Spielen ergeben sich unzählige Sprachanlässe, die von dem pädagogischen Fachpersonal aufgegriffen werden. Lieder und Fingerspiele wecken die Sprechfreude des Kindes und erweitern den Wortschatz. Bilderbücher sind ein wichtiges Mittel für den Dialog mit den Kindern. Die korrektive Rückmeldung ermöglicht es, Satzbau und Aussprache zu korrigieren ohne das Kind zu kritisieren und die Freude an der Sprache zu beeinträchtigen. Dabei   werden sprachliche Äußerungen aufgegriffen, in korrekte Sätze formuliert und z.B. mit einer Frage an das Kind zurückgegeben.

Kreativität

Kreativität ist die Fähigkeit etwas Neues und Einzigartiges zu schaffen. Sie ist gleichzeitig Selbstausdruck und ein wichtiger Zugang, die Welt zu erleben und begreifen. Kinder verfügen durch ihre Offenheit, Neugier und Spontanität über die besten Voraussetzungen zur Entfaltung dieser Fähigkeit. Im Kleinkindalter geht es bei ästhetischen Aktivitäten nicht um künstlerische Endprodukte, sondern darum den Schaffensprozess des Kindes und die mit ihm verbundenen Erfahrungen zu unterstützen. Es gilt die Devise: Der Weg ist das Ziel. Für die Entfaltung kindlicher Kreativität ist es wichtig, keiner Zielvorgabe folgen zu müssen, sondern experimentell mit den Materialien umzugehen zu dürfen. In der kreativen Betätigung verarbeitet das Kind, was es gerade beschäftigt, und verleiht Gefühlen, Vorstellungen und Fantasien Ausdruck. Sobald das Kind seine Finger und Hände gezielt einsetzen kann, möchte es matschen und Spuren erzeugen. Spuren sind ein Ausdruck von Selbstwirksamkeit, Autonomie und Individualität. Erst nach und nach entsteht vielleicht etwas, was Kinder benennen möchten und dem sie eine Bedeutung geben wollen. Dabei kann dasselbe Werk heute als Auto und morgen als Haus bezeichnet werden.  Im Freispiel und auch bei gezielten Aktivitäten stehen den Kindern unterschiedliche Materialien wie Pappe, Kinderscheren, Pinsel, Stifte, Fingerfarben und Kleber zum Experimentieren zur Verfügung. 

Projekte

Kinder lernen am meisten, wenn ihr Interesse und ihre Neugierde geweckt werden und sie die Möglichkeit haben, sich aktiv mit dem auseinanderzusetzen, was sie interessiert Außerdem ist ein echtes Interesse die beste Voraussetzung dafür, dass Gelerntes nachhaltig in Erinnerung bleibt. Der Spaß sorgt für positive Emotionen und diese verankern die damit verbundenen Erfahrungen fest im Gedächtnis. Im Zwergenstüble greifen wir die Themen und Interessen des Kindes auf und entwickeln daraus Projekte. Durch Impulse zur eigentätigen Auseinandersetzung mit seinen Themen werden die kindlichen Selbstbildungsprozesse unterstützt. Jedes Kind darf aber kein Kind muss an den Projekten teilnehmen. Die Auseinandersetzung mit einem Thema endet, wenn das Kind kein Interesse mehr daran zeigt und sich anderen Fragen oder Dingen zuwendet.